„Schutz von Rehkitzen bei der Grasmahd in Sachsen“

Rede von MdL Kathrin Kagelmann zum Antrag der Fraktion AfD in Drs 6/15328 mit Stellungnahme der Staatsregierung 085. Sitzung des 6. Sächsischen Landtages am 14.Dezember 2018 zum Thema: „Schutz von Rehkitzen bei der Grasmahd in Sachsen“
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Damen und Herren Abgeordnete, wer den Mähtod von Tieren billigend in Kauf nimmt, handelt vorsätzlich und begeht nach dem Tierschutzgesetz eine Straftat, die durchaus auch empfindliche Straftaten für unachtsame Landwirte nach sich ziehen können.
Gleichzeitig bergen die getöteten Wildtiere auch für die Landwirtschaft ein Risiko, wenn Kadaverteile in das zu silierende Gras gelangen und später an Nutztiere verfüttert werden.
Insofern hat der Landwirt ohnehin ein zweifaches Interesse, vor der Grasernte sicherzustellen, dass keine Wildtiere auf der Fläche sind.
Vegetations- und witterungsbedingt bleibt den Landwirten allerdings nur ein kleines Zeitfenster, um ihre Wiesen zu mähen. Moderne Landmaschinen arbeiten dabei immer schneller und effizienter. Aus der Kabine der großen Maschine kann der Fahrer Wildtiere in dichten Grasbeständen aber nicht oder erst zu spät entdecken. Rehkitze sind besonders betroffen, da häufig in deren ersten Lebenswochen die erste Mähperiode des Grünlands ansteht.
Es gibt verschiedene Methoden der Vorsorge, die je nach Flächengröße und Betriebsstruktur angewandt werden.
Kleinere Betriebe können das Gebiet vor der Mahd absuchen und bereits am Tag davor über verschiedene Beunruhigungen – also über abgewandelte Formen von Vogelscheuchen – ganz klassisch dafür sorgen, dass die Wildtiere die Fläche verlassen. Manche lassen das Feld in Abstimmung mit dem zuständigen Jagdpächter mit einem ausgebildeten Jagdhund absuchen.
Sie brauchen also nicht unbedingt Drohnentechnik – deren Anwendung ist ja durchaus auch anspruchsvoller ist und setzen eher auf herkömmliche Maßnahmen.
Großbetriebe oder Lohnunternehmen müssen entweder geeignete Technik selbst vorhalten oder bei der Auftragsvergabe konkret beauflagen. Dabei können sie über die entsprechende Landesrichtlinie auch heute schon Förderung beantragen.
Für die Oberlausitz habe ich mich jedenfalls mal beim regionalen Bauernverband umgehört, wie dort der Bedarf an Drohnen für den Wildtierschutz gesehen wird. Ich erhielt zur Antwort, dass die fahrlässige Tötung von Rehkitzen bei der Futterernte kein Problem mehr darstellt, weil inzwischen stärker nach Inhaltsstoffen und damit teilflächenspezifisch bewirtschaftet und weniger nach Menge geerntet wird.
So liege der 1. Schnitt in der Oberlausitz weit vor der Hauptsetzzeit der Rehe, der 2. Schnitt dann nach den kritischen ersten Wochen, in denen die Kitze überwiegend allein im Versteck verharren.
Vorsorge wird natürlich trotzdem betrieben, Vorfälle fahrlässiger Tötung von Wildtieren sind dagegen in der Oberlausitz kein Thema.
Es bleibt dabei: Wer nichts tut, macht sich strafbar. Welche Methode angewandt wird, liegt jedoch in der Eigenverantwortung des Landwirtes. Er kann sich dazu auch heute schon die Anschaffung einer Drohne fördern lassen.
Der Antrag ist insofern überflüssig. Wir lehnen ihn ab.

Es gilt das gesprochene Wort!