Schützen, nicht schießen! Linksfraktion übergibt nach Wolfsriss Spende an Naturschutzverein


Vom mittlerweile zweiten Wolfsriss mit zahlreichen verendeten und verlorengegangenen Schafen wurde die Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ des Landkreises Görlitz hart getroffen. Abgeordnete der Landtags-Linksfraktion stellten daher aus ihrem Spendentopf dem betroffenen Verein 500 Euro für seine wertvolle Naturschutzarbeit zur Verfügung. Fraktionsvorsitzender Rico Gebhardt, Kathrin Kagelmann, Sprecherin der Fraktion für ländliche Räume und Abgeordnete des Kreises Görlitz, übergaben zusammen mit dem Bautzener Fraktionskollegen Heiko Kosel der Geschäftsführerin des „Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V.“ bei Förstgen, Annett Hertweck, den Scheck. Der Verein hatte sich sofort bemüht, die Schutzmaßnahmen für die verbliebenen Tiere zu erhöhen, und baute innerhalb von zwei Wochen einen Nachtpferch, der die Mindestschutzbestimmungen sogar deutlich übertrifft.
Dazu erklären Rico Gebhardt, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, und Kathrin Kagelmann, Sprecherin der Fraktion für ländliche Räume:
Der Vor-Ort-Termin hat deutlich gemacht, welche Probleme der omnipräsente Ministerpräsent Kretschmer und sein Landwirtschaftsminister Schmidt noch nicht gelöst haben. Der Umgang mit Entschädigungsansprüchen Betroffener ist unzureichend und zu bürokratisch. Auch ist die Förderung präventiver Wolfsschutzmaßnahmen wie einer zusätzlichen Arbeitskraft oder der Versorgung von Hütehunden schlicht ungenügend.
Der Verein betreibt die anerkannte Naturschutzstation und unterstützt die Naturschutzarbeit in der Region, z.B. im Bereich Umweltpädagogik an Schulen, Kitas und mit Freizeitgruppen. Er hat wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Gründung und Entwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Biotoppflege betreibt der Verein mit einer eigenen Landschaftspflegeschafherde auf insgesamt 280 ha Eigentums- und Pachtflächen. Zugleich sieht sich der Verein als Mittler in der „Wolfs-Debatte“.

Im Unterschied zur CDU nehmen wir die konkreten Herausforderungen schafhaltender Menschen, Betriebe und Vereine im Verbreitungsgebiet des Wolfes ernst. Die Schafe gehören zur Lausitz wie jetzt – wieder – der Wolf. Mit gutem Willen sind kluge Lösungen und eine Koexistenz möglich. Schießen ist keine vernünftige Alternative. Es geht ums Schützen, von Schafen und Wolf. Wir sind uns mit dem Naturschutzverein einig: Das geht!