Schweden verkauft Dreckschleudern – Deutschland weiter auf Kohlekurs – Bärendienst für die Lausitz

Zum Verkauf der Lausitzer Braunkohlekraftwerke und –tagebaue von Vattenfall an den tschechischen EPH-Konzern und den Finanzinvestor PPF erklärt Kathrin Kagelmann, Sprecherin für ländliche Räume der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag und Vorsitzende der Kreistagsfraktion DIE LINKE im Kreistag Görlitz:

Der 18. April 2016 ist ein schlechter Tag für die Lausitz. Der Verkauf der Lausitzer Braunkohlekraftwerke und -tagebaue des schwedischen Vattenfall-Konzerns  an die EPH-Gruppe aus Tschechien und den im Hintergrund agierenden Finanzinvestor PPF tragen nicht zu einer zukunftsfesten Entwicklung der Lausitz bei. Er zementiert alte, überkommene Energiestrukturen, die mit der Umsiedlung von Menschen, der Zerstörung von Dörfern, Kultur und Natur bis weit über die Jahrhundertmitte verbunden sind. Während sich die schwedische Regierung ihrer Dreckschleudern entledigt und auf erneuerbare Energien setzt, hält  Deutschland weiter  an der irrigen These von der „Brückentechnologie Braunkohle“ fest und behindert damit die Energiewende. Es ist geradezu fahrlässig zu suggerieren, dass die Braunkohleverstromung für die junge Generation in der Lausitz eine zukunftsträchtige Branche wäre. Damit wird der dringend notwendige Strukturwandel auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Die Folge wird eine weitere Abwanderung junger Leute sein, die sich lieber innovativen neuen Technologien zuwenden. Außerdem ist es bedenklich, dass sich nun die gesamte ostdeutsche Braunkohlewirtschaft in der Hand einer Konzerngruppe – der EPH – befindet. Daraus könnte sich durchaus ein Risiko für die Versorgungssicherheit der Region im Krisenfall ergeben. Meine letzte Hoffnung ruht nun auf dem schwedischen Parlament, das diese Rosstäuscherei auf Kosten der Lausitz nicht mitträgt und Vattenfall selbst der Verantwortung gerecht wird, einen sozial verträglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung und einen Strukturwandel zu gestalten.