Baumbesetzer an Tagebaukante verdienen Respekt statt Räumung

Nach dem Besuch der Gruppe LAUtonomia, die gegen den Braunkohleabbau in der Lausitz durch Besetzung von Bäumen an der Tagebaukante Nochten protestiert, erklärt Kathrin Kagelmann, Mitglied des Sächsischen Landtages und Sprecherin für ländliche Räume sowie Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Kreistag Görlitz:

Während sich die meisten Leute in der kalten Jahreszeit lieber in einer warmen Stube aufhalten und selten darüber nachdenken, womit sie beheizt wird und welche Folgen das für die Umwelt haben könnte, beweisen dieser Tage junge Leute Überzeugung, Mut und Phantasie im Wald bei Mühlrose. Sie ziehen es vor, ihre Ablehnung der Vernichtung von Lebensraum für Mensch und Natur durch den Braunkohletagebau durch die Besetzung von Bäumen an der Tagebaukante zum Ausdruck zu bringen. Holzplattformen in Bäumen mehrere Meter über dem Erdboden bei Temperaturen um Null Grad sind sicher nicht jedermanns Sache, aber in einer Demokratie legitim. Damit reihen sie sich in die vielfältigen Protestformen gegen die Erweiterung des Tagebaus Nochten II ein, die von verschiedenen Akteuren organisiert werden. Die Aufregung von Vattenfall ist nachvollziehbar: Die Aktion ist Gift für deren Verkaufsverhandlungen. Aber hier geht es um mehr: Das Ende der Braunkohleverstromung ist unweigerlich eingeläutet. Deshalb ist eine Erweiterung des Tagebaus Nochten II unnötig und unverantwortlich. Je früher das von politisch Verantwortlichen eingestanden wird, um so früher steigen die jungen Leute von den Bäumen.